Für mich war DSDS eine tolle und wichtige
Erfahrung. Das Wochenende davor in Berlin mit meiner
RTL-Begleiterin war wirklich klasse. Es war eine sehr
angenehme Atmosphäre. Lustig war auch das Essen mit
DSDS Vocalcoach Fola Dada beim Burger King ;). Wer
auch immer negativ über Castingshows redet, sollte
sich vielleicht davor erst ein mal Gedanken machen,
was das Ziel einer solchen Teilnahme und der Sendung
ist und was man erreichen möchte.
"DSDS ist nicht mehr gefaked, als wir
unser Leben faken" Oft ist die Rede davon, dass
Szenen bei DSDS gefaked oder inszeniert sind, Leute
gezwungen werden Dinge zu sagen oder zu tun. Ich für
meinen Teil kann dies keines Falls bestätigen. Es ist
doch klar, dass wenn man sich freut und das eventuell
nicht direkt mit einer Kamera festgehalten wird, dass
man es dann noch ein mal macht. Das ist ja nichts
anderes, wie wenn der Vater verpasst, wie das Kind die
Kerzen vom Geburtstagskuchen ausbläst und das Ganze
dann noch ein mal wiederholt wird. Man darf auch nicht
vergessen: Man versucht hier eine Serie Live zu
drehen. Für eine Serie ähnlichen Formats mit
Schauspielern würde man unzählige Cuts benötigen.
Hier ist es sogar nahe zu eine Kunst mit so wenigen
Cuts aus zu kommen. Dies sollte man respektieren und
im Hinterkopf behalten. Die Sendung läuft ja
Primetime auf RTL vor einem Millionenpublikum. Viel
wichtiger ist zu wissen, wie DSDS funktioniert und worüber
man sich einfach im Klaren sein muss, bevor man sich
entscheidet hin zu gehen.
Das Erreichen des Castings:
Man erreicht das Jurycasting erst
nachdem man ein Casting vor einer Jury aus
Regisseuren oder anderen Produzenten bestanden
hat. Wichtig ist zu verstehen, dass hier nur
ganz wenige weiter kommen. Es wird vor allem
darauf geachtet, in wie fern eine Person in
die Show passen könnte. Viele junge Talente,
lassen sich nach dem Ende in diesem Casting
fallen, weil sie denken, sie sind schlecht.
Das Urteil dieser Jury hat nur in seltenen Fällen
unbedingt etwas mit den Qualifikationen zu
tun. An einem Castingtag kann es durchaus
vorkommen, dass von den Tausenden, die
vorsingen lediglich 10 weiterkommen. Unter
diesen 10 Leuten befinden sich aber auch jene,
die wirklich gar nichts drauf haben. Die
anderen sind entweder gut oder haben das
gewisse "Etwas", was nicht damit
gleich zu setzen ist, dass diese die Besten
des Castings waren. Wirklich Sorgen muss sich
nur der machen, der beim Jurycasting nicht
weiter kommt, denn dann ist man möglicherweise
wirklich sehr schlecht.
Der Recall ist oft leider ein Haufen von
Leuten, die meinen zu wissen, wie toll und gut sie
sind. Hier versucht jeder, jeden bereits vor dem
Vorsingen zu toppen. Wer nicht mitzieht verliert den
Fokus zu den TV-Kameras, ausser man kann eine
interessante Geschichte aufweißen. Das ist eigentlich
das traurigste an meinem ganzen DSDS- Aufenthalt
gewesen. Es gab einige wenige sehr nette Leute, die
nicht so extrem von sich überzeugt waren. Sehr nett
war auch DSDS-Finalist Benny, auch wenn man es vllt.
nicht glauben mag. Die Atmosphäre ist stets
angespannt und es war einfach nicht schön dort zu
sein. Ich wollte einfach meine Ruhe und nicht hören,
wie jeder lauter und noch lauter durch den Raum singt
um zu zeigen, wie toll er ist. Letztendlich war ich
froh ein paar vertraute Gesichter vom RTL Team wieder
zu sehen und das muss man wirklich betonen. Die Teams
von RTL, Moderatoren, Betreuer und Kameraleute sind
extrem nett und freundlich. Das hat mich doch sehr
überrascht, weil man so oft so viel negatives
hört.
Nach dem Aus bei DSDS bleibt ein tiefer Schock
und man fällt in ein Loch. Von heute auf morgen ist
wieder alles vorbei. Keine Presse mehr da, kein Dieter
Bohlen ums Eck und man merkt erst wie weit der Weg
überhaupt ist, glaubte man sich doch noch vor wenigen
Stunden sicher zu sein zu mindest die erste Mottoshow
zu erreichen. Es geht nicht nur um die gesangliche
Leistung. Es geht um ein Gesamtpaket, denn alles muss
passen. Man kann es beschreiben, wie ein
Theaterstück, dass besetzt werden muss. Wer die Rolle
am Besten besetzen kann kommt auch weiter. So kommt
es, dass wir immer eine Ähnliche Auswahl der Typen in
den DSDS-Staffeln haben. Das ist auch gar nicht
schlecht, dass es so ist, denn so steuert man die Show
in eine sehr interessante Richtung und das ist es, was
DSDS letztendlich auch so erfolgreich macht. Wenn man
rausfliegt und sich nicht sonderlich dumm verhalten
hat wird man mit Respekt behandelt und nicht gestraft
oder Ähnliches. Die Jury ist sehr nett, nur muss sie
eben auch eine Wahl treffen. Man muss sich einfach im
Klaren sein, dass es auch ein Glücksspiel ist und man
sich nicht für alles verantworten muss. Man ist nicht
unbedingt schlechter als die anderen, genau so ist man
auch nicht unbedingt besser, wenn man weiter kommt.
Man passt einfach besser und so muss man das Ganze
sehen. Selbstzweifel sind hier ganz gefährlich und
können den Spaß an der Musik komplett erlischen
lassen. Dem muss man sich stellen können, wenn man zu
DSDS möchte.
Ob ich es empfehlen würde zu DSDS
zu gehen? - Ja klar, auf jeden Fall. Wenn
man sich sicher ist gut zu sein und dies auch
von erfahrenen Musikern schon gehört hat,
dann nutze deine Chance. Nur deine Einstellung
zu DSDS, die Chancen und die Hintergründe
sollten dir einfach klar sein. Wenn du so
herein gehst, deinen Spaß hast und eine Wand
aufbaust, die einer Niederlage stand hält,
dann ist es mit Sicherheit eine tolle
Erfahrung in deiner Musikkarriere!
Ich persönlich habe viel aus meiner
Zeit bei DSDS gelernt. Ich habe viel gelacht,
mich riesig gefreut und bin sehr tief gefallen.
Heute (2010), kann ich positiv auf die Zeit
zurückblicken. Ich selbst werde nicht mehr zu
DSDS gehen, weil ein mal einfach genug ist. Ich
habe verstanden, wie das Format funktioniert und
bin davon fasziniert. Durch DSDS habe ich mich
neu sammeln können und mir wurden die Augen
geöffnet, wie schwer es tatsächlich ist etwas
zu erreichen. Bevor man etwas erreichen will
bzw. kann muss man verstehen, wie es
funktioniert.