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Rückblick auf DSDS 2007/2008

 
 
 
Für mich war DSDS eine tolle und wichtige Erfahrung. Das Wochenende davor in Berlin mit meiner RTL-Begleiterin war wirklich klasse. Es war eine sehr angenehme Atmosphäre. Lustig war auch das Essen mit DSDS Vocalcoach Fola Dada beim Burger King ;). Wer auch immer negativ über Castingshows redet, sollte sich vielleicht davor erst ein mal Gedanken machen, was das Ziel einer solchen Teilnahme und der Sendung ist und was man erreichen möchte.
 
 
"DSDS ist nicht mehr gefaked, als wir unser Leben faken" Oft ist die Rede davon, dass Szenen bei DSDS gefaked oder inszeniert sind, Leute gezwungen werden Dinge zu sagen oder zu tun. Ich für meinen Teil kann dies keines Falls bestätigen. Es ist doch klar, dass wenn man sich freut und das eventuell nicht direkt mit einer Kamera festgehalten wird, dass man es dann noch ein mal macht. Das ist ja nichts anderes, wie wenn der Vater verpasst, wie das Kind die Kerzen vom Geburtstagskuchen ausbläst und das Ganze dann noch ein mal wiederholt wird. Man darf auch nicht vergessen: Man versucht hier eine Serie Live zu drehen. Für eine Serie ähnlichen Formats mit Schauspielern würde man unzählige Cuts benötigen. Hier ist es sogar nahe zu eine Kunst mit so wenigen Cuts aus zu kommen. Dies sollte man respektieren und im Hinterkopf behalten. Die Sendung läuft ja Primetime auf RTL vor einem Millionenpublikum. Viel wichtiger ist zu wissen, wie DSDS funktioniert und worüber man sich einfach im Klaren sein muss, bevor man sich entscheidet hin zu gehen.
 
 
Das Erreichen des Castings:
Man erreicht das Jurycasting erst nachdem man ein Casting vor einer Jury aus Regisseuren oder anderen Produzenten bestanden hat. Wichtig ist zu verstehen, dass hier nur ganz wenige weiter kommen. Es wird vor allem darauf geachtet, in wie fern eine Person in die Show passen könnte. Viele junge Talente, lassen sich nach dem Ende in diesem Casting fallen, weil sie denken, sie sind schlecht. Das Urteil dieser Jury hat nur in seltenen Fällen unbedingt etwas mit den Qualifikationen zu tun. An einem Castingtag kann es durchaus vorkommen, dass von den Tausenden, die vorsingen lediglich 10 weiterkommen. Unter diesen 10 Leuten befinden sich aber auch jene, die wirklich gar nichts drauf haben. Die anderen sind entweder gut oder haben das gewisse "Etwas", was nicht damit gleich zu setzen ist, dass diese die Besten des Castings waren. Wirklich Sorgen muss sich nur der machen, der beim Jurycasting nicht weiter kommt, denn dann ist man möglicherweise wirklich sehr schlecht.

 

 
 
 


 
Der Recall ist oft leider ein Haufen von Leuten, die meinen zu wissen, wie toll und gut sie sind. Hier versucht jeder, jeden bereits vor dem Vorsingen zu toppen. Wer nicht mitzieht verliert den Fokus zu den TV-Kameras, ausser man kann eine interessante Geschichte aufweißen. Das ist eigentlich das traurigste an meinem ganzen DSDS- Aufenthalt gewesen. Es gab einige wenige sehr nette Leute, die nicht so extrem von sich überzeugt waren. Sehr nett war auch DSDS-Finalist Benny, auch wenn man es vllt. nicht glauben mag. Die Atmosphäre ist stets angespannt und es war einfach nicht schön dort zu sein. Ich wollte einfach meine Ruhe und nicht hören, wie jeder lauter und noch lauter durch den Raum singt um zu zeigen, wie toll er ist. Letztendlich war ich froh ein paar vertraute Gesichter vom RTL Team wieder zu sehen und das muss man wirklich betonen. Die Teams von RTL, Moderatoren, Betreuer und Kameraleute sind extrem nett und freundlich. Das hat mich doch sehr überrascht, weil man so oft so viel negatives hört. 
 
 
Nach dem Aus bei DSDS bleibt ein tiefer Schock und man fällt in ein Loch. Von heute auf morgen ist wieder alles vorbei. Keine Presse mehr da, kein Dieter Bohlen ums Eck und man merkt erst wie weit der Weg überhaupt ist, glaubte man sich doch noch vor wenigen Stunden sicher zu sein zu mindest die erste Mottoshow zu erreichen. Es geht nicht nur um die gesangliche Leistung. Es geht um ein Gesamtpaket, denn alles muss passen. Man kann es beschreiben, wie ein Theaterstück, dass besetzt werden muss. Wer die Rolle am Besten besetzen kann kommt auch weiter. So kommt es, dass wir immer eine Ähnliche Auswahl der Typen in den DSDS-Staffeln haben. Das ist auch gar nicht schlecht, dass es so ist, denn so steuert man die Show in eine sehr interessante Richtung und das ist es, was DSDS letztendlich auch so erfolgreich macht. Wenn man rausfliegt und sich nicht sonderlich dumm verhalten hat wird man mit Respekt behandelt und nicht gestraft oder Ähnliches. Die Jury ist sehr nett, nur muss sie eben auch eine Wahl treffen. Man muss sich einfach im Klaren sein, dass es auch ein Glücksspiel ist und man sich nicht für alles verantworten muss. Man ist nicht unbedingt schlechter als die anderen, genau so ist man auch nicht unbedingt besser, wenn man weiter kommt. Man passt einfach besser und so muss man das Ganze sehen. Selbstzweifel sind hier ganz gefährlich und können den Spaß an der Musik komplett erlischen lassen. Dem muss man sich stellen können, wenn man zu DSDS möchte.
 
 
Ob ich es empfehlen würde zu DSDS zu gehen? - Ja klar, auf jeden Fall. Wenn man sich sicher ist gut zu sein und dies auch von erfahrenen Musikern schon gehört hat, dann nutze deine Chance. Nur deine Einstellung zu DSDS, die Chancen und die Hintergründe sollten dir einfach klar sein. Wenn du so herein gehst, deinen Spaß hast und eine Wand aufbaust, die einer Niederlage stand hält, dann ist es mit Sicherheit eine tolle Erfahrung in deiner Musikkarriere!
 

Ich persönlich habe viel aus meiner Zeit bei DSDS gelernt. Ich habe viel gelacht, mich riesig gefreut und bin sehr tief gefallen. Heute (2010), kann ich positiv auf die Zeit zurückblicken. Ich selbst werde nicht mehr zu DSDS gehen, weil ein mal einfach genug ist. Ich habe verstanden, wie das Format funktioniert und bin davon fasziniert. Durch DSDS habe ich mich neu sammeln können und mir wurden die Augen geöffnet, wie schwer es tatsächlich ist etwas zu erreichen. Bevor man etwas erreichen will bzw. kann muss man verstehen, wie es funktioniert.